Current Show

Pempelforter Str. 44 – 40211 Düsseldorf

Nicole POHL
Sebastian FREYTAG
Malerei

Nicole POHL

"Ohne Titel" | 2004 Tempera auf Holz 20,5 x 26,5 cm

Sebastian FREYTAG
"mainstream" | 2006 s/w Kopien, Wandfarbe (Sikkens LO.07.77 und O2.35.55) 352 x 444 cm


Die aktuelle Ausstellung mit Sebastian Freytag (geb. 1978) und Nicole Pohl (geb. 1970) bringt zwei Konzeptionen von Malerei zusammen, die kaum unterschiedlicher sein können.

Nicole Pohl arbeitet figurativ und beschränkt sich in ihrer Malerei auf das Format der Miniatur. Sie arbeitet nach fotografischen Vorlagen, die kaum erzählerische Elemente in sich tragen. Die Motive sind banal bis nichtssagend. Die Fotografie scheint hier nur das kompositorische Gerüst zu liefern, um die enorm auratische Wirkung dieser kleinen Formate als Malerei in ihrer puren Präsenz zur Entfaltung bringen zu können. Mühelos und mit einer Selbstverständlichkeit behaupten sich die Bilder im Raum, dass die Bescheidenheit im Format hier geradezu als Notwendigkeit erscheint. Kein Kalkül, keine Strategie liefert hier Überzeugungsarbeit, sondern ausschließlich die Malerei, die Nicole Pohl auf kleiner Fläche zu einer unglaublichen Verdichtung bringt.

Sebastian Freytag kommt mit einem völlig unterschiedlichen Ansatz zu künstlerischer Reduktion und Verdichtung. Geprägt durch konstruktivistische und minimalistische Traditionen erfolgen seine Eingriffe in den Raum in situ und verhalten sich eher expansiv . Serialität und Rationalismus sind die Mittel, mit denen Sebastian Freytag in seinen wandfüllenden Arbeiten operiert und zu einer völlig anderen Aufladung des Raumes gelangt. Mit den Elementen von Monochromie, seriellem, emblematischem Zeichen und Schrift setzt er zu einem künstlerischem Diskurs an, der die Bilder von der Welt als Voraussetzung annimmt.

Bei aller Gegensätzlichkeit dieser beiden Künstler ist ihnen doch gemein, dass sie mit großer Deutlichkeit und klarem Bewusstsein eine Position vertreten, die durch eine innere Notwendigkeit sich entwickelt und ihrer jeweiligen Eigenheit authentisch ist.

 

Martin Bochynek